Atemarbeit

Bild von Martin Schaible
In der Atemarbeit gehen wir mit unserer Sammlungskraft zu unserem Atem, einer Körpergegend, einem Gedanken. Dabei bleibt auch das große Ganze, mein Körper, meine Umgebung, noch sicht- und erfahrbar.

Der bewusste zugelassene Atem

In unserer Arbeit mit dem bewussten zugelassenen Atem – wie ich sie von Erika Kemmann gelernt habe und weiter lerne – geht es darum, den zumeist unbewussten Atem ins Bewusstsein zu holen. Und ihn zuzulassen. Ein zugelassener Atem ist einer, der spontan auf Bewegungen, Gedanken und Umwelteinflüsse reagieren kann, der also nicht vom Denken geführt ist. Sehr auffällig sind zum Beispiel spontane Seufzer oder spontanes tiefes Einziehen der Luft durch die Nase. Es gibt keine Erwartungen an diesen Atem, er darf einfach sein, wie er gerade in diesem Moment ist (er muss nicht groß oder besonders tief oder gleichmäßig sein).

Atempädagogisch bzw. atemtherapeutisch arbeiten wir in zwei „Settings“: der Liegearbeit und der übungszentrierten Arbeit.

In der Liegearbeit liegt die KlientIn in Kleidung auf einer Liege und die TherapeutIn bewegt die Gelenke der Klientin und fasst die KlientIn mit massageähnlichen Griffen, insbesondere mit den Prinzipien von Druck und Dehnung an. Es kann auch sein, dass die KlientIn gebeten wird, aktiv z.B. den Fuß auf der Matte entlangrutschen zu lassen oder einen Ton zu machen oder an in einem bestimmten Moment ein- oder auszuatmen.

Die übungszentrierte Arbeit kann als Einzel- oder Gruppensitzung stattfinden. Dabei werden die teilnehmenden Personen auf Hockern sitzend oder im Stand angeleitet bestimmte Bewegungsübungen auszuführen. Diese Bewegungsübungen bauen ebenfalls auf den Prinzipien von Druck und Dehnung, Stimme, und Bewegung der Gelenke auf. Nach einer Übung wird nachgespürt, um der Wirkung auf den Atem nachzugehen.

Ziel der Arbeit ist es, den eigenen Körper und Atem spüren (empfinden, wahrnehmen) zu können, also das Empfindungsbewusstsein zu stärken. Dafür bedarf es der Sammlung. Außerdem geht es darum, den eigenen individuellen Atemrhythmus zu finden und zulassen zu können, dafür bedarf es eines guten Muskeltonus (Eutonus) und einem Gleichgewicht von Hingabe und Achtsamkeit. Darüber hinaus ist die Atemarbeit eine ganzheitliche Entwicklungsarbeit. Basierend auf dem Körperbewusstsein, können auch Geist- und Seelenbewusstsein angesprochen und angeregt werden, sodass „empfindendes Fühlen und Denken“ entstehen kann.

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